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So optimierst Du Deinen Workflow bei der Bearbeitung großer Mengen an Footage

  • Autorenbild: Al Aire Films
    Al Aire Films
  • 5. Nov. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Feb.

Ein guter Arbeitsablauf für die Bearbeitung von Fotos und Videos


Die Arbeit in der audiovisuellen Produktion bedeutet oft, mit Tausenden von Dateien umzugehen – Fotos, Videos, Clips, Projektordner, Backups … All das zu organisieren ist genauso wichtig wie kreativ zu sein.


In unserem Fall arbeiten wir mit einer Sony A7IV, einer Hybridkamera, mit der wir sowohl Videos als auch Fotos innerhalb derselben Produktion aufnehmen können. Die Aufnahmen bearbeiten wir auf einem MacBook Pro. Ein klarer und effizienter Workflow dient dabei nicht nur der Organisation, sondern hilft uns auch, ruhig, strukturiert und effektiv zu arbeiten.


AL Aire Films production - Action!

Die Produktion ist abgeschlossen. Jetzt steht man vor Terabytes an Filmmaterial. Hier erfährt man, wie man das am besten bewältigt.


1. Dateien organisieren und umbenennen


Nichts hilft mehr, als von Anfang an mit einer klaren Struktur zu beginnen. Wir verwenden Renamer4Mac, um alle Dateien automatisch und einheitlich umzubenennen.

Fotos speichern wir grundsätzlich in zwei Ordnern:


  • einer für .jpg-Dateien

  • ein weiterer für .arw-Dateien (Sony RAW)


Unser Benennungsformat sieht zum Beispiel so aus: 251003_Markenname_01

Dabei steht „25“ für das Jahr, „10“ für den Monat und „03“ für den Tag. Auf diese Weise wird alles automatisch numerisch sortiert, und man findet jede Produktion oder Session später schnell wieder.


Für Videos (.mp4) nutzen wir dieselbe Struktur und löschen die von der Kamera erzeugten .xml-Dateien, da wir sie nicht benötigen.


Am Ende sieht unsere Grundstruktur so aus:


📁 ARW

📁 MP4


2. Backups und Sicherheit


Wir arbeiten immer mit zwei identischen Festplatten. Wenn wir eine 4-TB-Festplatte kaufen, kaufen wir direkt zwei.


Die Hauptfestplatte ist mit einem grünen Aufkleber gekennzeichnet, die Backup-Festplatte mit einem gelben Aufkleber oder dem Buchstaben B.


Wir verwenden Carbon Copy Cloner (CCC). Jedes Mal, wenn beide Laufwerke angeschlossen werden, erstellt das Programm automatisch eine exakte Spiegelkopie.

Mehr als einmal ist es schon vorgekommen, dass eine Festplatte plötzlich nicht mehr funktionierte. Dank dieses Systems haben wir jedoch nie Daten verloren.


In solchen Fällen formatieren wir das beschädigte Laufwerk einfach neu und tauschen die Rollen:Das Backup wird zum neuen Master und das frisch formatierte Laufwerk zum neuen Backup.


Wichtiger Hinweis: In CCC sollte man immer eine neue „Aufgabe“ erstellen. Andernfalls wird das Backup überschrieben, da die neu formatierte Festplatte zunächst leer ist.


CCC as a mirroring copy file system

📌 Goldene Regel: Niemals irgendetwas löschen. Man weiß nie, wann ein Foto oder ein Clip später wieder nützlich sein könnte.



3. Archivierung von Projekten


Zusätzlich führen wir ein Google-Sheets-Dokument, in dem wir jedes Projekt, seinen Ordnernamen sowie die Festplatte, auf der es gespeichert ist, dokumentieren.


Oft erinnert man sich Monate oder Jahre später an eine bestimmte Aufnahme – zum Beispiel einen Zeitraffer eines Sonnenuntergangs auf Mallorca oder ein stimmungsvolles Bild eines einsamen Strandes, das perfekt als Intro für ein neues Projekt funktionieren würde.


Dank dieser Übersicht lassen sich solche Dateien innerhalb von Sekunden wiederfinden.


Archives organization tool - google sheets

Selbst für unsere Final Cut Pro-Projekte exportieren wir immer eine .fcpxml-Datei.

Eine FCPXML-Datei speichert die komplette Projektstruktur – Schnitte, Effekte, Audio, Farbkorrekturen – und benötigt dabei nur sehr wenig Speicherplatz.

So lässt sich ein Projekt später oder auf einem anderen Computer problemlos wieder öffnen, selbst wenn sich die Softwareversion inzwischen geändert hat. Es ist eine einfache und sichere Methode, Bearbeitungen langfristig zu archivieren.


4. Foto-Workflow


Erst wenn alles sauber archiviert und gesichert ist, formatiert man die SD-Karten für den nächsten Dreh.


Für die Bildbearbeitung arbeiten wir mit Lightroom. Zunächst bewerten wir die Fotos mit Sternen ⭐:


1 Stern = vielleicht

2 Sterne = gut

3 Sterne = besser

4 Sterne = fast perfekt

5 Sterne = final


Anschließend passen wir Farbe, Belichtung und Kontrast an. Diesen Schritt nennen wir Farbkorrektur (CC) – so erkennt man sofort, welche Bilder bereits bearbeitet wurden.


Für Kundenvorschauen exportieren wir Bilder in Webgröße (1920 Pixel Breite) und benennen sie zum Beispiel so: 251003_Kundenname_01_cc_web


Diese laden wir auf Pixieset hoch, eine Plattform für Online-Galerien (bis zu einem gewissen Limit kostenlos). Dort können Kund:innen ihre Auswahl ansehen, Favoriten markieren ❤️ und uns ihre Selektion senden. Pixieset benachrichtigt uns automatisch, wodurch sich die finale Auswahl schnell eingrenzen lässt.


Sobald alles freigegeben ist, exportieren wir die hochauflösenden Bilder und benennen sie nur noch mit _cc (ohne „web“).


5. Video-Workflow


Beim Videoschnitt funktioniert der Prozess etwas anders.


Wir legen zunächst ein Projekt an, benannt nach dem Kunden oder der Kundin und ergänzt durch „_ALL“, und importieren dort das gesamte Material. Anschließend sichten wir jeden Clip, wählen die besten Momente aus und bauen daraus eine erste, lange Timeline.


Ein hilfreicher Trick in Final Cut Pro X:Um zu vermeiden, dass Clips magnetisch aneinander haften, verschiebt man sie mit dem P-Werkzeug auf eine sekundäre Timeline (die graue Leiste). So lassen sich Clips gruppieren und mit dem B-Werkzeug ganze Abschnitte flexibel schneiden und verschieben.


In der Regel liefern wir drei Versionen eines Projekts:

(1. Schnitt) – erster Entwurf

(2. Schnitt) – mit Kundenfeedback

(3. Schnitt) – weiteres Feedback

(Endgültig) – finale Version


Manchmal gibt es einen vierten Schnitt, aber selten mehr.


Alle Versionen laden wir als „UNLISTED“-Links auf Vimeo hoch, damit Kund:innen das Video sicher prüfen können, ohne dass es öffentlich sichtbar ist.


sharing the video links with the cliente throiugh Vimeo

Ein gut strukturierter Arbeitsablauf spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch für Ruhe im Kopf.

Wenn man weiß, dass alle Dateien sicher, sauber organisiert und jederzeit auffindbar sind, kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren: das Kreative, das Erzählen von Geschichten, das Gestalten.


Denn eines haben wir über die Jahre gelernt:


✨ Kreativität fließt besser, wenn Chaos unter Kontrolle ist.


✨ Mehr von unserer Arbeit gibt es auf alairefilms.com zu sehen.

 
 
 

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